Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst
Mut wird ganz oft mit Vehemenz und großer Kraft verbunden. Dabei zeigt er sich im Leben häufig fein und zart.
Dieser Text ist eine Einladung, Mut neu zu betrachten, und Dich vielleicht sogar mutiger zu fühlen, als Du bisher dachtest.
Du kannst diesen Beitrag lesen oder anhören. Ganz so, wie es Dir gerade guttut.

Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst
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Wie sich mein Blick auf Mut verändert hat
Ich habe mich lange dafür geschämt, dass ich in manchen Situationen scheu war. Ich dachte, ich müsste mutiger sein. Draufgängerischer. Schneller im Entscheiden.
Es fühlte sich so an, als würde Mut bedeuten, immer zu wissen, was richtig ist, und ohne Zögern zu handeln. Scheu fühlte sich wie ein Mangel an, den ich überwinden müsste, um richtig zu sein.
Erst als mir bewusst wurde, dass Scheu etwas ganz Natürliches ist und da sein darf, hat sich etwas in mir entspannt. Nicht plötzlich. Aber spürbar.
Inzwischen habe ich verstanden, dass Scheu nicht heißt, stehenzubleiben oder mich zurückzuziehen, sondern
- mir Zeit zu geben,
- in einer Situation zu bleiben
- und den Mut zu sammeln, mich zu zeigen.
Wie Du Deiner Scheu in Begegnungen mit anderen liebevoll begegnen kannst, erzähle ich Dir in meiner Podcast-Folge „Begegnungen mit anderen: So verlierst Du Deine Scheu“.
Erkennst Du, dass sich mein Blick auf Mut auf eine wohltuende Weise verändert hat?
Woher stammt der Satz Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst?
Hast Du diesen Satz schon mal gehört? Er wird verschiedenen Menschen zugeschrieben. Bekannt sind vor allem diese Fassungen:
- Ambrose Redmoon: Mut ist die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
- Nelson Mandela: Mut ist der Triumph über die Angst.
- Mark Twain: Mut ist Widerstand gegen die Angst, aber nicht ihre Abwesenheit.
Vielen wurde der Satz auch durch den Film „Plötzlich Prinzessin“ vertraut. Allen Versionen ist eines gemeinsam: Angst gehört dazu. Sie ist kein Zeichen von Schwäche.
Für mich hat der Satz noch eine weitere, sanftere Bedeutung. Mut heißt für mich nicht, die Angst zu besiegen. Mut heißt, mit der Angst da zu sein, sie wahrzunehmen und mich trotzdem nicht zu übergehen. Manchmal bedeutet das, einen Schritt zu gehen. Und manchmal bedeutet es, mir Zeit zu geben.
Mut haben heißt, sich selbst nicht zu übergehen
Vielleicht kennst Du solche Situationen. Du sitzt in einer Runde von Menschen. Alle sind von etwas begeistert und wollen beispielsweise eine Rafting-Tour machen. In Dir ist aber ein Zögern. Du möchtest grundsätzlich auch dieses Abenteuer erleben, fühlst aber noch eine kleine Schwelle. Kein Drama, nur dieses ehrliche Gefühl: Ich bin noch nicht ganz so weit.
Um das bei begeisterten Menschen auszusprechen, musst Du Mut haben, wenn Du Dich selbst nicht übergehen willst.
Du könntest dann zum Beispiel sagen: „Ich komme gerne mit, ich brauche nur noch etwas Zeit.“ Oder Du schlägst vor, erst eine ruhigere Strecke zu fahren. Das ist kein Rückzug. Es ist ein ehrliches Ja zu Dir selbst.
Mut haben bedeutet nicht, weiter zu sein als andere
Auch nicht, keine Zweifel zu kennen oder immer sicher zu sein. Manchmal zeigt sich Mut genau dann, wenn wir unsicher sind und uns trotzdem erlauben, ehrlich zu sein.
Manchmal merken wir erst im Nachhinein, dass wir uns selbst und unsere Empfindungen übersehen haben. Und genau daraus entsteht der Wunsch, es beim nächsten Mal anders zu machen und mutiger zu sein.
Wenn Du diesen Gedanken weiter vertiefen möchtest, könnte auch meine Podcast-Folge „Auch ein kleiner Schritt kann Dein Leben verändern“ interessant sein.
Mut im Alltag ist oft unspektakulär
Ich habe das selbst an einer ganz alltäglichen Stelle erlebt. Ich habe mir vorgenommen, ein 15-minütiges Fitnessprogramm ab jetzt jeden Tag zu machen. Mich dafür zu entscheiden hat Mut gebraucht. Nicht, weil es schwer ist, sondern weil ich meinen inneren Widerstand kenne. Weil ich wusste, dass es Tage geben wird, an denen kaum Zeit da ist oder mein innerer Schweinehund mich herausfordern wird. Lange dachte ich, dass die täglichen 15 Minuten eine zusätzliche Belastung sein würden.
Heute weiß ich: Diese 15 Minuten sind keine Pflicht. Sie sind meine tägliche Freude. Ich beschenke mich freiwillig damit. Ich investiere diese Zeit, um meinem Körper und mir selbst etwas Gutes zu tun.
Genau so zeigt sich Mut im Alltag. Indem wir mutig auch alle Bedenken und Vorbehalte anschauen. Ehrlich und auch aus Respekt uns selbst gegenüber.
Warum tut Mut gut?
Mut tut nicht immer sofort gut, aber oft im Nachhinein. Wenn wieder Ruhe einkehrt, wir Zeit zum Reflektieren haben, der Körper sich entspannt und wir spüren, dass wir uns auf uns verlassen können.
Mut tut gut, weil wir aufhören, uns selbst zu überreden und etwas von uns zu fordern, zu dem wir noch nicht bereit sind. Manchmal brauchen wir ein bisschen Zeit, um in das hineinzureifen, was wir erreichen oder tun wollen. Viele beschreiben dieses Gefühl der inneren Reife als Erleichterung, als ein inneres Ankommen, ein zartes Zurückkommen zu sich selbst.
Vielleicht bist Du mutiger, als Du glaubst
Mut haben wir immer dann, wenn wir nicht vor uns selbst davonlaufen, nicht wegschauen oder unsere Empfindungen ignorieren. Mut haben wir immer dann, wenn wir nicht vor uns selbst davonlaufen, nicht wegschauen oder unsere Empfindungen ignorieren. Deshalb ist Mut nicht die Abwesenheit von Angst. Er ist die Bereitschaft, sie anzunehmen.
Wenn Du das Gelesene auf Dich wirken lässt, bist Du dann mutiger als Du gedacht hast?
Willst Du Mut bewusster wahrnehmen?
Dafür habe ich Dir einige Affirmationen zusammengestellt:
- Ich darf mir Zeit geben, um mich zu trauen.
- Ich kann scheu und darin auch mutig sein.
- Ich nehme mich ernst, auch wenn ich zögere.
- Ich vertraue mir und gehe in meinem Tempo.
- Ich bin mir selbst eine gute Begleiterin.
Zum Abschluss die Essenz dieses Beitrags
Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Mut zeigt sich darin, Dir selbst ehrlich zu begegnen, Deine Scheu ernst zu nehmen und Deinen eigenen Empfindungen zu vertrauen.
Ich danke Dir, dass Du Dir Zeit genommen hast, Dich auf meine Gedanken einzulassen und wünsche Dir, dass Du Deinem eigenen Tempo vertraust und Deinen Mut auf Deine ganz eigene Weise lebst.
Von Herzen
Deine

P.S. Wenn Du beim Lesen gespürt hast, dass Dich diese Gedanken berühren, dann möchte ich Dir meinen Onlinekurs „Dein Glücksbringer“ ans Herz legen.
Er ist ein liebevoller Begleiter für Deinen Alltag und unterstützt Dich dabei, Dir selbst mit mehr Mitgefühl, Klarheit und innerer Sicherheit zu begegnen. Wenn Du das tust, dann wächst auch Dein Mut.

