Portrait von Martina Eyth mit Hinweis auf ihren Podcast „Die Magie der Seele“ und den Blog „Der Zauber des Lebens“

Tiefe Traurigkeit

Was dahintersteckt und was sie Dir sagen möchte

Ich war umgeben von Menschen. Alle waren guter Laune. Lachten. Nahmen sich in die Arme und sahen glücklich aus. Und ich? Ich saß da, und je mehr sich die Mundwinkel der anderen nach oben bewegten, desto tiefer sanken meine. Wenn ich mutiger gewesen wäre, hätte ich geweint.

Immer wieder kreisten dieselben Fragen durch meinen Kopf: Warum bin ich so traurig, wenn alle anderen glücklich sind? Was ist falsch mit mir? Woher kommt diese tiefe Traurigkeit? Sie begleitet mich schon so lange.

Kennst Du auch Momente wie diesen, in dem das traurig sein wie ein ständiger Begleiter zu Dir gehört?

Tiefe Traurigkeit – Das Wichtigste in Kürze

Was sich anfühlt, als wäre etwas mit uns nicht in Ordnung, ist in Wirklichkeit ein Signal. Tiefe Traurigkeit zeigt sich, weil etwas in uns unsere Aufmerksamkeit haben möchte.

Was das ist, das erfährst Du in den kommenden Zeilen.

Schau Dir gerne das Inhaltsverzeichnis an. Die Überschriften sind klickbar, damit Du direkt zu dem Abschnitt springen kannst, der Dich gerade am meisten anspricht.

Du bist nicht falsch, traurig sein ohne Grund ist verständlich

Die Fragen, die sich die meisten stellen, wenn sie tief traurig sind, richten sich gegen sie selbst.

Was stimmt nicht mit mir? Bin ich undankbar? Bin ich zu sensibel?

Ich kenne diese Fragen. Ich habe sie mir selbst gestellt, auf jener Feier, während alle um mich herum lachten. Und ich weiß, wie viel Kraft es kostet, diese Fragen immer wieder zu bebrüten. Deshalb möchte ich heute mit Dir etwas teilen, was ich gerne früher gewusst hätte.

Tiefe Traurigkeit entsteht, wenn wir über einen längeren Zeitraum sehr viel gefühlt, gegeben und getragen haben. Stell Dir eine Regentonne vor. Irgendwann ist sie voll. Dann muss Wasser entnommen oder abgelassen werden, damit wieder neues Wasser reinpasst.

Ähnlich ist es mit uns Menschen. Wenn wir immer nur in eine Richtung agieren, beispielsweise dadurch, dass wir für andere da sind, sind wir vergleichbar mit der Regentonne.

Weil wir uns selbst selten fragen, wie es uns eigentlich geht, wird die Traurigkeit in uns mit der Zeit stärker.

Traurig sein ist zuallererst etwas Menschliches. Es ist eine natürliche Emotion, die auf etwas hinweist, das uns berührt oder fehlt.

Traurig sein ist auch ein Zeichen, das etwas Schönes aussagt. Du bist ein Herzensmensch. Ein gleichgültiger Mensch würde die Traurigkeit gar nicht wahrnehmen.

Tiefe Traurigkeit ist viel mehr als immer traurig sein

Traurig sein kennt vermutlich jeder Mensch. Aber tiefe Traurigkeit ist etwas anderes. Sie wirkt schwerer, stiller, erdrückender. Sie lässt sich nicht wegdenken. Nicht wegorganisieren. Sie ist einfach da, manchmal schon so lange, dass man gar nicht mehr weiß, wie es sich ohne sie anfühlen würde.

Manche drücken es so aus: Ich bin immer traurig. Ich weiß nicht mal warum.

Eine Frau, die ich begleitet habe, beschrieb es so: Sie fuhr morgens zur Arbeit, hörte ein Lied im Radio, bei dem sie früher kaum stillsitzen konnte. Und dieses Mal spürte sie nichts. Keine Freude, keine Traurigkeit. Nur Stille. Das hatte sie noch mehr erschreckt als die Traurigkeit selbst. Sie fühlte sich wie ein Radio, das zwar an war, aber keinen Ton sendete.

Tiefe Traurigkeit zeigt sich bei jedem Menschen ein bisschen anders

· Als dieses dumpfe Gefühl, wie in Watte gehüllt zu sein, das uns den ganzen Tag begleitet.
· Als Schwere, die schon morgens da ist und uns das Aufstehen erschwert.
· Als Erschöpfung, obwohl wir nicht viel gemacht haben. Dann fühlt es sich an wie eine Last, die wir mit uns tragen.

Für die tiefe Traurigkeit gibt es immer einen Grund. Auch wenn er uns nicht sofort bewusst ist.

In Folge 61 meines Podcasts spreche ich darüber, was hinter komischen Gefühlen im Alltag wirklich steckt. Vielleicht magst Du mal reinhören.

Was wäre, wenn die Traurigkeit Dir einen wertvollen Hinweis geben möchte?

Die meisten Menschen, die tiefe Traurigkeit kennen, wollen vor allem eines. Sie loswerden. Das ist verständlich, denn sie macht uns das Leben schwer, ist unbequem und fühlt sich manchmal an wie ein kratziger Pullover. Sie passt nicht in einen Alltag, wenn wir funktionieren müssen.

Aber was wäre, wenn Deine Traurigkeit Dir einen wertvollen Hinweis geben und Dich auf etwas aufmerksam machen möchte? Auf etwas, das Du vielleicht schon lange übersiehst. Denn grundsätzlich gibt es keine Traurigkeit ohne erkennbaren Grund. Die Frage ist, wie viel Zeit wir uns nehmen, um den Grund zu erkennen.

Unser Inneres reagiert auf alles, was wir erleben 

Auf Gedanken, Begegnungen und das, was unausgesprochen bleibt. Dadurch kann ein inneres Ungleichgewicht entstehen, das sich als tiefe Traurigkeit zeigt.

Tiefe Traurigkeit entsteht oft auch dann, wenn uns etwas fehlt. Wenn Bedürfnisse lange nicht wahrgenommen und deshalb auch nicht gestillt wurden.

Der Körper merkt sich das alles. Auch, wenn wir es übergehen. Und irgendwann meldet er sich. Zuerst leise. Und dann immer deutlicher.

Erste Hilfe, wenn die Traurigkeit kommt

Nicht kämpfen. Nicht verdrängen. Und auch nicht in ihr versinken.

Einfach kurz innehalten. Das allein kann schon etwas verändern.

Was Du noch tun kannst, wenn die Traurigkeit da ist:

Die Hand aufs Herz legen und drei Mal tief atmen. Nicht um etwas zu lösen, sondern um bei Dir anzukommen.

Für eine Weile aus dem Fenster schauen und wahrnehmen, was draußen zu sehen ist.

Dir Zeit nehmen, einen Tee oder Kaffee bewusst zu trinken, ohne nebenbei das Handy zu checken oder die Einkaufsliste zu schreiben.

Du kannst Dich auch fragen: Was brauche ich gerade wirklich? Nicht, was sollte ich noch tun? Auch wenn keine Antwort kommt, ist die Frage allein schon ein Akt der Selbstfürsorge.

Du kannst auch einen kurzen Spaziergang machen, ohne Ziel, ohne Podcast im Ohr. Nur gehen.

Diese Momente klingen klein. Und das sind sie auch. Aber sie sind keine Ablenkung. Sie sind eine Einladung an Dich selbst, kurz innezuhalten und zu spüren, dass Du wichtig bist. Dir selbst gerade am wichtigsten.

Die andere Seite der Traurigkeit

Es gibt einen Moment, in dem sich die Traurigkeit zu verändern beginnt. Meistens passiert es, wenn wir aufhören zu kämpfen. Wenn wir nicht mehr probieren, die Traurigkeit wegzumachen oder wegzudenken. In diesem Moment erkennen wir, dass wir uns in Bezug auf die tiefe Traurigkeit in eine Sackgasse manövriert haben.

In diesem Moment der Annahme, wenn wir uns selbst endlich in Ruhe lassen, entsteht ein Spalt in unserem Inneren. So, als würde sich die Wolkendecke öffnen und das Sonnenlicht hindurch scheinen.

Und dann passiert etwas, das die wenigsten erwarten. 

Aus Traurigkeit wird Sehnsucht

Durch diesen Spalt schlüpft unsere Seele, und macht uns darauf aufmerksam, dass die Traurigkeit auch eine andere Seite hat.

Sehnsucht ist nicht dasselbe wie Traurigkeit. Traurigkeit macht eng. Sehnsucht macht weit und richtet sich nach vorn. Sie sagt: Da ist etwas. Da möchte ich hin.

Sehnsucht verkleidet sich manchmal. Sie kommt nicht immer als klares Bild oder als deutlicher Wunsch.

Sehnsucht ist ein Wegweiser der Seele

Wie ein Duft, dem man folgen möchte, um zu wissen, woher er kommt. Man geht einfach. Und plötzlich steht man irgendwo, wo es sich richtiger anfühlt.

Sich nach etwas zu sehnen ist ein Zeichen dafür, dass Du weißt, was Du brauchst. Auch wenn Du dafür noch keine Worte hast, Du spürst es bereits.

In Folge 28 meines Podcasts spreche ich darüber, wie mehr Freude in das Leben kommen kann. Vielleicht hast Du Lust, mal reinzuhören.

Wonach sehnst Du Dich?

Sehnsucht braucht Aufmerksamkeit. Einen stillen, ungestörten Moment, in dem Du Dir erlaubst, wahrzunehmen, was Dir Deine Sehnsucht sagen möchte.

Es geht nicht darum, dass Du sofort mit Stift und Papier parat stehst. Viel wichtiger ist es, Deinem Sehnen Raum zu geben und zu spüren, wie es Dir damit geht.

Vielleicht sehnst Du Dich nach mehr Stille 

Nach einem Leben, das sich mehr nach Dir anfühlt. In dem Du als Königin Deines Lebensreiches Deinen Thron einnimmst.

Möglicherweise sehnst Du Dich nach Begegnungen, in denen Du willkommen bist, so wie Du bist. Nicht nur mit Deinem Sonntagsgesicht, sondern auch dann, wenn Du mal grummelig bist.

Lass die Sehnsucht einfach da sein. Sie wird Dich führen, wenn Du ihr erlaubst, das zu tun.

Was kannst Du tun, wenn die Traurigkeit nicht vergeht?

Wenn tiefe Traurigkeit über einen längeren Zeitraum anhält und den Alltag beeinflusst, kann das manchmal auch ein Hinweis auf eine Depression sein. In diesem Fall ist professionelle Begleitung besonders wichtig. Eine Ärztin, ein Arzt oder eine Therapeutin kann Dir helfen, mehr Klarheit zu bekommen.

Es ist ein gutes Zeichen, wenn Du Dir Hilfe wünschst und sie Dir gönnst.

Ein nächster Schritt

Gefällt Dir dieser Beitrag? Wenn er etwas in Dir berührt hat, dann vielleicht, weil Du Dich in den Zeilen erkennst.

Wenn Du einen inneren Schritt weitergehen möchtest, um wieder mehr bei Dir anzukommen, habe ich etwas für Dich vorbereitet. Ein Geschenk.

Ich fasse das Wichtigste noch mal zusammen

Tiefe Traurigkeit ist kein Zeichen, dass etwas mit Dir falsch ist. Sie ist ein Signal. Ein zartes, Dich immer wieder anstupsendes Signal, das auf etwas aufmerksam macht. Tiefe Traurigkeit löst sich nicht auf, wenn Du mehr tust. Sie verändert sich, wenn Du anfängst zuzuhören.

Hinter der Traurigkeit wartet oft Sehnsucht. Sehnsucht nach Dir selbst. Nach einem Leben, das sich mehr nach Dir anfühlt. Und manchmal geht es Dir dann vielleicht auch wie mir, dass Du inmitten von Menschen sitzt, ihr Lachen hörst und merkst, dass Deine eigenen Mundwinkel diesmal mit nach oben gehen.

Das ist es, was ich Dir wünsche. Dass sich die Traurigkeit mit der Zeit immer mehr verzieht, wie Wolken, die sich nach und nach auflösen.


Von Herzen

Deine

P.S. Wenn Du wieder mehr bei Dir ankommen und spüren möchtest, was Dir wirklich guttut, dann nimm gerne mein Geschenk an.

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Martina Eyth begleitet seit 2003 Menschen, die viel für andere da sind und sich selbst dabei aus dem Blick verloren haben.

Sie kennt diesen Weg aus eigener Erfahrung. Lange Zeit war sie mehr im Außen als bei sich selbst, hat funktioniert, sich angepasst und gespürt, dass etwas fehlt – ohne genau sagen zu können, was.

Der Wendepunkt kam, als sie begann, sich selbst wieder wahrzunehmen und sich Schritt für Schritt wieder näherzukommen.

Heute unterstützt sie Menschen dabei, sich selbst besser zu verstehen, wieder bei sich anzukommen und ihren eigenen Weg mit mehr Leichtigkeit und Vertrauen zu gehen.

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